02.04.2025
Weiterbildung in KMU: Eine unterschätzte Chance?
Mehr denn je stehen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor der Herausforderung, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch kontinuierliche Anpassung zu sichern. Neben der Optimierung betrieblicher Prozesse und der Einführung neuer Technologien spielt insbesondere die Qualifizierung der Mitarbeitenden eine zentrale Rolle für die Bewältigung stetiger und rasanter Veränderungen. Dennoch wird Weiterbildung in vielen KMU noch immer als nachrangige Maßnahme betrachtet.
Doch welche Faktoren beeinflussen die Weiterbildungsbereitschaft in KMU? In welchen Branchen und Unternehmensgrößen sind Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen besonders ausgeprägt? Und welche Ansätze können dazu beitragen, die Bedeutung beruflicher Weiterbildung als strategischen Erfolgsfaktor stärker im Mittelstand zu verankern? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist essenziell, um nachhaltige Konzepte für eine zukunftsorientierte Personalentwicklung in KMU zu entwickeln und ihre Innovationskraft langfristig zu sichern.
Status quo und Herausforderungen
Eine aktuelle Umfrage des ZMV+ beleuchtet die Weiterbildungslandschaft in KMU. Während größere Unternehmen tendenziell häufiger in Weiterbildung investieren, bleibt die Beteiligung in vielen KMU hinter den Möglichkeiten zurück. Oftmals fehlt es an finanziellen Ressourcen, Zeit oder einem Bewusstsein für den langfristigen Nutzen von Weiterbildungsmaßnahmen.
Zwar gibt es KMU, die feste Budgets und Zeitfenster für die Qualifikation ihrer Mitarbeitenden einplanen oder individuelle Weiterbildungspläne erstellen, doch insgesamt zeigt sich ein kritisches Muster: Weiterbildung wird im Gegensatz zu Unternehmensprozessen wie bspw. Produktentwicklung, Kundenakquise oder Marktanpassung nicht als prioritäre Unternehmensaufgabe betrachtet. Vielmehr gilt sie in vielen Fällen als individuelle Verantwortung der Beschäftigten „und weniger als Unternehmensaufgabe“.
Branchenabhängige Unterschiede
Die Bereitschaft zur Weiterbildung variiert auch stark zwischen verschiedenen Branchen. Technologieorientierte Sektoren, etwa wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie das Sozialwesen, investieren vermehrt in Schulungen und erkennen Weiterbildung als essenziell an, um mit dem schnellen Wandel Schritt zu halten. Demgegenüber zeigen traditionelle Branchen wie der Groß- und Einzelhandel einen geringeren Weiterbildungsbedarf. Hier wird Weiterbildung häufig als „unüblich“ angesehen, obwohl auch diese Branchen von aktuellen Transformationsprozessen betroffen sind: „Es gibt kein Thema, wozu eine Weiterbildung durchgeführt werden könnte.“
Zukunftsweisende Weiterbildungsthemen
Die aktuellen Trends in der Weiterbildung spiegeln die Anforderungen der modernen Arbeitswelt wider. Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und neue Technologien stehen hoch im Kurs. Insbesondere besteht Interesse daran, Arbeitsabläufe zu optimieren und innovative Techniken oder Methoden einzuführen. Gleichzeitig wird ein starker Bezug zu fachspezifischen Weiterbildungsinhalten betont, um gezielt Kompetenzen für die jeweilige Branche und deren spezifische Herausforderungen aufzubauen.
Ein Appell zur verstärkten Weiterbildungsbeteiligung
Trotz der offensichtlichen Vorteile wird Weiterbildung in vielen KMU noch immer als nicht zwingend erforderlich betrachtet. Einige Unternehmen unterschätzen die langfristigen positiven Effekte oder scheuen den kurz- bis mittelfristigen Aufwand. Doch diese Zurückhaltung kann dazu führen, dass Betriebe den Anschluss verlieren und an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.
Als ZMV+ möchten wir KMU dazu ermutigen, Weiterbildung als strategische Notwendigkeit zu begreifen. In Zeiten des Wandels ist sie kein Luxus, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor, der Unternehmen befähigt, flexibel auf Veränderungen zu reagieren, Innovationspotenziale zu nutzen und Mitarbeitende zu motivieren. Eine proaktive Weiterbildungsstrategie stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern erhöht auch die Attraktivität als Arbeitgeber – ein entscheidender Vorteil in Zeiten von Fachkräftemangel und technologischen Umbrüchen.
Die vollständigen Ergebnisse der Unternehmensbefragung sowie das Whitepaper mit den wichtigsten Erkenntnissen finden Sie unter folgendem Link.
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